++Aktuell++Die nächsten Vorstellungen

Die nächsten Aufführungen finden am Freitag, den 28.07. und Samstag, den 29.07.2017 statt.
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Die Kritiken zum aktuellen Stück finden Sie hier.
Zur Einstimmung auf die neue Saison finden Sie hier einige Bilder welche an der Generalprobe entstanden.
Viel Spass beim Betrachten.

 

Oskar Wilde- Eine Biographie über den Autor des Stückes

 

 Oscar (Fingal O’Flahertie Wills) Wilde

1854 – 1900 / Biografie

 

* 16. Oktober1854 in Dublin; † 30. November1900 in Paris, war ein irischer Schriftsteller, der sich nach Schulzeit und Studium in Dublin und Oxford in London niederließ. Als Lyriker, Romanautor, Dramatiker und Kritiker wurde er zu einem der bekanntesten und – im Viktorianischen Großbritannien – auch umstrittensten Schriftsteller seiner Zeit. Aus seiner Ehe mit Constance Lloyd gingen zwei Söhne hervor. Wegen homosexueller „Unzucht“  wurde er zu zwei Jahren Zuchthaus mit harter Zwangsarbeit verurteilt; sie ruinierten seine Gesundheit. Nach seiner Entlassung lebte er verarmt in Paris, wo er im Alter von 46 Jahren starb.

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Oscar Wilde 1882

1. Elternhaus und Kindheit

Oscar Wilde wurde am 16. Oktober 1854 als zweiter Sohn des namhaften Arztes William R. W. Wilde in Dublin geboren. Oscar Wildes Vater, William Wilde, war Irlands führender Ohren- und Augenarzt und schrieb Bücher über Archäologie, Folklore und den Satiriker Jonathan Swift. Jahre später rückte William Wilde in den Adelsstand auf, aber kurze Zeit später ruinierte seine ehemalige Patientin Mary Travers seinen Ruf, indem sie vor Gericht behauptete, er habe sie während einer Behandlung betäubt und missbraucht.

Seine Mutter, Jane, war von Beruf Übersetzerin. Sie galt als revolutionäre Lyrikerin.

Die Wildes hatten zwei Söhne und eine Tochter. Der Älteste, William Charles Kingsbury, wurde 1852 geboren, Oscar 1854 und als drittes Kind die Tochter Isola Francesca 1858; sie wurde nur zehn Jahre alt.

Die Tätigkeit seiner extravaganten Eltern und vornehmlich der von seiner Mutter in Dublin unterhaltene Salon brachten Oscar Wilde frühzeitig mit Künstlern und Schriftstellern in Kontakt. Von 1864 bis 1871 besuchte er als Internatsschüler die Portora Royal School.

2. Studium

Von 1871 bis 1874 studierte Oscar Wilde mit glänzendem Erfolg klassische Literatur in Dublin. Im Sommer reiste er zusammen mit seinem Freund und Lehrer für Altphilologie nach Norditalien, wo er unter anderem Mailand, Venedig, Padua und Verona besuchte.

Nachdem Wilde ein jährliches Stipendium von £ 95 gewonnen hatte, studierte er von 1874 bis 1878 in Oxford. Während dieser Zeit trat er in die Freimaurerloge ein. Bereits sein Vater war aktiver Freimaurer in Dublin gewesen.

In Oxford fiel Oscar Wilde schnell durch seinen Witz und Humor auf: Als er bei der Aufnahmeprüfung eines Studentenclubs einen Teil der Passionsgeschichte aus dem Griechischen übersetzen sollte, erklärte Wilde, er wolle unbedingt das Ende erfahren, und übersetzte weiter, nachdem er die Aufgabe bereits mit Bravour gelöst hatte. Schon bald war er als Ästhet bekannt. In einem Aperçu, das in der ganzen Universität die Runde machte, bekannte er sich als Liebhaber kostbaren Porzellans.

Wilde schloss sein Studium 1878 mit dem akademischen Grad des Bachelor of Arts mit Auszeichnung ab. Im folgenden Jahr übersiedelte er nach London und teilte sich dort bis 1881 mit dem Pastellmaler Frank Miles (1852–1891), der beste Beziehungen zur Londoner Gesellschaft hatte, eine Wohnung in der heute nicht mehr bestehenden Salisbury Street zwischen Strand und Themse.

 

3. Die Jahre als Erfolgsschriftsteller

Im Alter von fünfundzwanzig Jahren zog Oscar Wilde nach London und teilte sich dort mit dem Künstler Frank Miles eine Wohnung. Bald gehört er zu den stadtbekannten Dandys. Auf den Abendgesellschaften, zu denen er eingeladen wurde, vertrat er eitel und geistreich seine unkonventionellen Ansichten, war dabei exquisit gekleidet und verhielt sich zwar exzentrisch, verfügte jedoch über vollendete Manieren.

Wilde wurde zu seiner Zeit als Schriftsteller bewundert und war im prüden viktorianischen Großbritannien zugleich als Skandalautor verschrien. Er war berühmt für seine Sprachgewandtheit und sein extravagantes Auftreten, das er mit seiner ungewöhnlichen Bekleidung (z. B. samtene Kniehosen und Seidenstrümpfe) zur Geltung brachte.

 

4. Vortragsreise in USA und Kanada

Er wurde zu Vorlesungen in Nordamerika eingeladen. Ende 1881 brach er nach New York auf. Über das gesamte folgende Jahr hielt er Vorlesungen über Ästhetizismus und dekorative Künste mit überraschenden Erfolgen in über hundert Städten der USA und Kanadas.

Vom ersten Tag seiner Ankunft in New York an belagerten ihn Reporter und Journalisten, erwarteten Bonmots von ihm und ließen sich ausführlich über seine Kleidung in den Medien aus. Seine Vorträge wurden gut besucht, und man überhäufte ihn mit Einladungen. Mit dem Lyriker Walt Whitman kam es in Philadelphia am 18. Januar 1882 zu einem bemerkenswerten Zusammentreffen. Andererseits wurde Wilde in der Presse diesseits und jenseits des Atlantiks schonungslos kritisiert und karikiert.

 

5. Paris-Aufenthalt, zweite USA-Reise

1883 verbrachte Wilde mehrere Monate in Paris, wo er im Hotel Voltaire auf dem linken Seine-Ufer das Bühnenstück  „The Duchess of Padua“  schrieb. Während seines Pariser Aufenthalts verkehrte er mit Dichtern (u. a. Edmond de Goncourt, Victor Hugo, Paul Verlaine), Schauspielerinnen und impressionistischen Malern (u. a. Edgar Degas, Camille Pissarro). Konfrontiert mit der ihn faszinierenden Pariser Décadence in den Gedichten von Charles Baudelaire und Paul Verlaine versuchte er, diese Strömung mit der Bewegung der englischen Renaissance der Kunst im 19. Jahrhundert aus dem Geist des Ästhetizismus zu verbinden, die er im Vorjahr in Amerika propagiert hatte.

Im Sommer 1883 reiste Wilde zum zweiten Mal nach Amerika, und zwar zur Uraufführung von  „Vera“.  Am 20. August wurde das Stück im New Yorker Union Square Theatre vor vollem Haus, mit Marie Prescott in der Hauptrolle, gegeben. Nach Verrissen in der Presse wurde das Stück am 28. August vom Spielplan gestrichen.

 

6. Vortragstourneen im Vereinigten Königreich und Heirat

Nachdem seine Einkünfte aus der Amerika-Tournee aufgebraucht waren, unternahm Wilde zwei Vortragstourneen durch das Vereinigte Königreich. Ein pensionierter Armeecolonel, der schon bei der amerikanischen Vortragsreise vermittelt hatte, buchte für ihn zahlreiche Veranstaltungen. Die erste Tournee startete er im September 1883. Als Vortragsthemen hatte er   „Impressionen aus America“  und  „Das schöne Haus“  ausgewählt.

Als ein nicht nur im Vereinigten Königreich, sondern auch in Europa und Amerika berühmter und gefeierter Dichter heiratete er im dreißigsten Lebensjahr am 29. Mai 1884 die sechsundzwanzigjährige Constance Lloyd, eine Kinderbuchautorin aus begütertem Haus, und verbrachte mit ihr die Flitterwochen in Paris und Dieppe. Danach ließen sie sich im Londoner Stadtteil Chelsea nieder. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor: Cyril (1885–1915) und Vyvyan (1886–1967).

Nach seiner Heirat unternahm er vom Oktober 1884 bis März 1885 die zweite Vortragstournee durch England, Wales, Schottland und Irland. Er referierte über  

Die Bedeutung der Kunst im modernen Leben“  und  Kleidung unter dem Gesichtspunkt der Schönheit“.

7. Herausgeber, Dramatiker und Erzähler

 

 

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Oscar Wilde 1889

 

Wilde arbeitete von 1887 bis 1889 für eine Gazette und danach als Herausgeber einer Zeitschrift. Während dieser Jahre veröffentlichte er die für seine Söhne geschriebene Märchensammlung  „Der glückliche Prinz und andere Märchen,  ein klassischer Vertreter der Gattung Kunstmärchen) und den Roman   „Das Bildnis des Dorian Gray (1891). In diesem Werk, seinem einzigen Roman, fanden Kritiker einerseits autobiographische Elemente, andererseits eine direkte Antwort auf den französischen Symbolismus.

Die Veröffentlichung seines Romans "Das Bildnis des Dorian Gray" löste 1890/91 einen Skandal aus. Die Aufführung seines Bühnenstücks "Salomé" wurde 1892 in London verboten.

In den folgenden Jahren schrieb Oscar Wilde etwa jährlich ein neues Werk, vor allem Gesellschaftskomödien. Am bekanntesten sind  „Lady Windermere‘s Fan“  (1892),

A Woman of No Importance“ (1893),  „An Ideal Husband“ (1895)und  „The Importance of Being Earnest (1895), das die Oberklasse satirisch darstellt und als eines seiner besten Werke gilt.

Sein Stück  „Salome aus dem Jahr 1891 nach der biblischen Salome-Legende (mit berühmten, zum Teil sehr freizügigen Jugendstil-Illustrationen von Aubrey Beardsley) wurde vom Zensor abgelehnt und fand daher keinen Verleger in England. 1894 wurde es von und mit Sarah Bernhardt in Paris uraufgeführt. Richard Strauss vertonte die deutsche Übersetzung zu seiner Oper Salome, die am 9. Dezember 1905 an der Dresdner Hofoper uraufgeführt wurde.

Oscar Wilde schrieb auch eine Kriminalerzählung:  „Lord Arthur Saviles Verbrechen“  (1887), eine „Studie über die Pflicht“, wie der Untertitel der Erzählung lautet. Dem Titelhelden wird geweissagt, er werde einen Mord begehen. Entsprechend seinem Leitspruch „Was du tun musst, das tue gleich“, beschließt Lord Arthur, das vorhergesagte Verbrechen noch vor seiner Eheschließung zu begehen.

 

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Oscar-Wilde-Skulptur im Dubliner Merrion Square

 

Oscar Wilde hat seinerzeit viele Menschen vor Rätsel gestellt. Die Öffentlichkeit kannte ihn als wortgewandten, geistreichen Unterhalter und Dandy. Er verhielt sich oft überheblich und überlegen. Mit seinem scharfsinnigen Humor legte er häufig Kehrseiten und Vorurteile, das Verhalten und unbequeme Wahrheiten der Gesellschaft offen. Auch haben viele seiner Aussagen einen philosophischen Hintergrund.

Auch wenn er der Öffentlichkeit das Gegenteil weismachen wollte, war er, wie aus manchen Briefen hervorgeht, von der scharfen Kritik an seinen Werken oft tief verletzt. Wahrscheinlich wollte er in seinem Leben am meisten die Anerkennung seiner Arbeit, aber auch, bei all seiner Andersartigkeit und Exzentrik, vor allem akzeptiert werden als das, was er war: ein Ire, ein Künstler und ein Mensch. Oscar Wilde war ein „großer“ Schriftsteller, seine Körpergröße betrug 1.91 m.

 

8. Skandal und Zuchthaus

Als Dramatiker gelang Oscar Wilde 1895 der Durchbruch mit "Bunbury", aber im selben Jahr wurde er durch eine gerichtliche Auseinandersetzung gesellschaftlich und finanziell ruiniert.

Dem Biographen Richard Ellmann zufolge stand Wilde zwar seit jeher der Homosexualität unbefangen gegenüber, praktizierte sie aber erstmals 1886 mit dem damals 17-jährigen Oxford-Studenten Robert Ross, der fortan einen festen Platz in Wildes Leben einnahm. Die Homosexualität befeuerte ihn in seinem Selbstfindungprozess und rückte das Für und Wider der Ehe künftig ins Zentrum seines Schreibens.

Der Familienvater Wilde ging – für die damalige Zeit – relativ offen mit seiner Homosexualität um. Seine homosexuellen Partnerschaften, z. B. mit seinem jugendlichen Freund und späteren Lektor Robert Ross, waren nicht unbekannt. Wildes langjähriges Verhältnis zu dem 16 Jahre jüngeren Lord Alfred Douglas (genannt Bosie) führte schließlich durch eine gezielte Provokation durch dessen Vater, dem 9. Marquess of Queensberry, zu einem gesellschaftlichen Skandal, drei Gerichtsverfahren und Wildes Niedergang.

 

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Alfred Douglas, 1903

 

Am 18. Februar 1895 hinterließ Queensberry im  Club, den Oscar Wilde regelmäßig besuchte, seine Visitenkarte mit dem handschriftlichen Zusatz:

„For Oscar Wilde posing Somdomite [sic!]“ („für Oscar Wilde, posierenden Sodomiten“). Sodomiten (homosexuelle Beziehungen zwischen Männern) wurden im Mittelalter und der frühen Neuzeit strafrechtlich verfolgt und mit dem Tode bestraft.  Oscar Wilde erhob deswegen, nachdem ihm Alfred Douglas moralische und finanzielle Rückendeckung zugesichert hatte, Verleumdungsklage gegen den Marquis, der zu seiner Verteidigung den Wahrheitsbeweis für seine Beschuldigung antrat.

Wilde wurde vom Kläger zum Angeklagten, als zu Tage kam, dass er mit jungen Männern aus der Unterschicht sexuellen Umgang hatte, darunter auch männlichen Prostituierten. Wildes rhetorische Brillanz konnte aber nicht verhindern, dass die Geschworenen Queensberry für „nicht schuldig“ befanden.

Oscar Wilde wurde daraufhin selbst verhaftet und wegen Unzucht angeklagt. Da sich in der Jury aber zunächst keine ausreichende Mehrheit für einen Freispruch oder eine Verurteilung fand, wurde Wilde auf Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen. In einem zweiten Verfahren wurde er dann am 25. Mai 1895 zu zwei Jahren Zuchthaus mit schwerer Zwangsarbeit verurteilt. Ausschlaggebend war nicht sein Verhältnis zu Lord Douglas, sondern sein Umgang mit männlichen Prostituierten, von denen einige als Zeugen gehört worden waren. Nach der Entlassung aus der Untersuchungshaft hatten Freunde Wilde die Flucht aus England nahegelegt. Das lehnte Wilde ab.

Die folgenden zwei Jahre harter Zwangsarbeit ruinierten Wildes Gesundheit. Zunächst wurde Wilde in ein Zuchthaus im Londoner Stadtteil gebracht, wo er mehrere Monate in der Krankenabteilung verbringen musste. Danach wurde er am 20. November 1895 unter entwürdigenden Bedingungen in das Zuchthaus in Reading überführt. Wie Richard Ellmann berichtet, musste er in Handschellen und Häftlingskluft eine halbe Stunde auf dem Bahnsteig ausharren.

Seine Frau, Constance, die ihn am 19. Februar 1896 besuchte, um ihn auch vom kürzlichen Tod seiner Mutter persönlich zu unterrichten, war erschüttert vom Zustand ihres Mannes. Sie schrieb ihrem Bruder: „Im Vergleich zu früher ist er ein vollkommenes Wrack“.

Im Zuchthaus in Reading schrieb Wilde einen Brief von 50.000 Wörtern an Alfred Douglas, den er Robert Ross nach seiner Entlassung aus der Haft zukommen ließ, damit er nicht vernichtet würde. Lord Douglas bestritt später stets, diesen Brief je erhalten zu haben. Darin ging es, neben einer Aufarbeitung der Beziehung zu Douglas, unter anderem um die unmenschlichen Zustände im Zuchthaus (Kindergefangene, Kinderzwangsarbeit). Diese Themen hatte er nach seiner Haftentlassung bereits in zwei Leserbriefen an die Zeitung Daily Chronicle dargelegt.

 

9. Leben im Exil

Gesundheitlich schwer angeschlagen, wurde Wilde am 19. Mai 1897 aus der Haft entlassen. Nachdem sein ursprünglicher Plan, sich für sechs Monate als Büßer in ein Jesuitenkolleg zurückzuziehen, durch die unverzügliche Absage des Leiters durchkreuzt worden war, floh er noch am Abend des gleichen Tages vor der gesellschaftlichen Ächtung nach Paris. Er betrat nie wieder britischen Boden und schrieb außer  „Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading“ nichts mehr. Die letzten drei Lebensjahre verbrachte er unter dem Namen Sebastian Melmoth (nach dem Roman Melmoth der Wanderer) auf dem europäischen Festland in Armut und Isolation.

Wilde traf sich im selben Jahr mit Lord Douglas in Neapel. Er wollte den Freund noch einmal wiedersehen und die Beziehung damit zugleich beenden: „Ich weiß, es ist besser, wenn ich ihn nie wiedersehe“. Nach einer erneuten Trennung reiste er im Februar 1898 nach Paris und logierte in einem billigen Hotel in der Rue des Beaux-Arts. Frühere Freunde, die er um Hilfe aus seinen häufigen Geldnöten bat, erlebten ihn als vereinsamten und niedergeschlagenen Schnorrer. Obwohl völlig mittellos, wurde er vom Besitzer des Hotels im besten Zimmer untergebracht und bekam das beste Essen und den besten Wein. Sein Kommentar war angeblich: „Ich sterbe über meine Verhältnisse“, seine letzten Worte: „Entweder geht diese scheußliche Tapete – oder ich.“

Seine Frau, Constance, starb ein Jahr nach seiner Haftentlassung, am 7. April 1898, in Genua. Sie hatte mit den Kindern England verlassen, unter anderem in der Gegend von Nürnberg gelebt und ihren Namen in Constance Holland geändert. Trotz der offensichtlichen Affären ihres Mannes hatte sie nie die Scheidung eingereicht. Ihre Zuneigung zu Wilde war bis zuletzt ungebrochen. Aus Constances Nachlass erhielt er nun eine jährliche Summe von 150 Pfund, einen Betrag, der zum Leben ausgereicht hätte, wäre er nicht dem Luxus zugeneigt gewesen. Seine Schulden beliefen sich nach seinem Tod auf 400 Pfund, die sein Freund und Verwalter des literarischen Nachlasses, Robert Ross, beglich.

 

10. Tod und Beisetzung

 

Am 30. November 1900 starb Oscar Wilde im Pariser „Hotel d’Alsace“. Sein Freund Ross hatte einen katholischen Priester gerufen, der Wilde auf dem Sterbebett die Nottaufe, die Absolution und die letzte Ölung erteilte. Er konnte nicht mehr sprechen, und ob er bei seinem Übertritt zur römisch-katholischen Kirche noch bei Bewusstsein war, konnte niemand wissen, wie Ross berichtete.

Nach Ansicht der südafrikanischen Wissenschaftler Ashley Robins und Sean Sellars starb Wilde an den Folgen einer Hirnhautentzündung, die aus einer chronischen Mittelohr-entzündung resultierte. Schon vor dem Gefängnisaufenthalt hatte er wegen Taubheitsgefühlen einen Ohrenspezialisten kontaktiert. Nach Meinung der südafrikanischen Wissenschaftler handelt es sich um einen Mythos, dass Wilde an der damals unheilbaren Syphilis gelitten habe. Dem steht die Aussage von Wildes Freund Robert Ross gegenüber: Oscar habe sich schon als Student mit der Krankheit infiziert und vor seiner Ehe einer Quecksilberbehandlung unterziehen müssen. Auch sein Biograph, Richard Ellmann, geht von der Syphilis als Todesursache aus und stützt sich dabei auf die Angaben seiner engsten Freunde, Reginald Turner und Robert Ross, in deren Beisein Wilde starb, sowie auf die Gutachten der Ärzte, die ihn kurz vor seinem Tod untersucht hatten.

Er wurde zunächst auf dem Cimetière parisien de Bagneux beigesetzt, im Jahre 1909 jedoch auf den Cimetière du Père Lachaise in Paris umgebettet. 1950 wurde die Asche des treuen Freundes Robert Baldwin Ross in dem Grab untergebracht.

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Grabmal Oscar Wildes auf dem Père Lachaise

 

Ein Grabmal von Jacob Epstein ziert die Ruhestätte. Das Grab war lange Zeit mit tausenden Lippenstift-Küssen von Verehrerinnen und Verehrern verziert. Zum 111. Todestag wurde das Grab renoviert und mit einer Glasplatte geschützt, ein absolutes Kussverbot wurde verhängt.

 

 

Oscar Wilde: Bibliografie (Auswahl)

•Das Gespenst von Canterville (1887)               •Eine Frau ohne Bedeutung (1893)

•Das Bildnis des Dorian Gray (1890)                •Ein idealer Gatte (1895; Verfilmung)

•Salomé (1891)                                                   •Bunbury (1895; Verfilmung)

•Lady Windermere‘s Fächer (1892)                 •Die Ballade vom Zuchthaus in Reading (1898)

 

 

Literatur über Oscar Wilde

•Peter Funke: Oscar Wilde (Rowohlt Bildmonographie)

Bearbeitung: Eike Dantona

Impressionen von "Ein idealer Gatte"

Aufgrund der Unbilden des Wetters fällt die heutige, Freitag 21.07.2017, Vorstellung aus.
nächste Aufführung findet am morgigen Samstag, den 22.07.2017 statt.
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Die Kritiken zum aktuellen Stück finden Sie hier.
Zur Einstimmung auf die neue Saison finden Sie hier einige Bilder welche an der Generalprobe entstanden.
Viel Spass beim Betrachten.

 

Sonntags finden keine Aufführungen statt.

Leider hat sich bei der Gestaltung der Werbebanner an den Ortseingängen von Lörrach ein Fehler eingeschlichen. Dort werden auf Sonntagsaufführungen (24. und 31.Juli 2017) hingewiesen.

Sonntagsaufführungen werden dieses Jahr nur unter besonderen Umständen kurzfristig eingeplant. Bitte verfolgen Sie hierzu die örtliche Presse sowie Hinweise auf dieser Homepage.

In der Regel finden somit keine Aufführungen am Sonntag statt.

Die regulären Aufführungstermine finden sie hier.

Erste Sonntagsprobe 2017

Seit einiger Zeit herrscht reges Treiben auf der Bühne der Burgfestspiele Rötteln. So fand am vergangenen Sonntag, dem 24.05.,  zum ersten Mal in dieser Saison die legendäre Sonntagsprobe statt. Bei Temperaturen weit über der 30 Grad Marke wurde den Schauspielern und der Maskenbildnerin einiges abverlangt, den die Bruchsteinmauern der Burg verwandeln diesen in einen Brutofen. Dennoch war Regisseur Simon Rösch mit dem Resultat dieses Probensonntags zufrieden. Vielleicht haben sie ja auch mal die Gelegenheit und können bei einem Besuch auf Burg Rötteln die Schauspieler beim Proben zu beobachten. Dennoch würden wir uns freuen Sie dieses Jahr im Publikum begrüssen zu dürfen.

Unser Plakat der Saison 2017

Seit einiger Zeit kündigt ein großes Plakat den Besuchern der Burg Rötteln die kommende Spielsaison an. Wie auch in den vergangenen Jahren gestaltete Ekkehard Bierl, ebenfalls ein festes Ensemblemitglied der Burgfestspiele, dieses künstlerisch eindrucksvolle Schmuckstück.
Und wer dieses Jahr zum Schauspielensemble gehört erfahren Sie hier.

 

 

Premiere des Stückes "Ein idealer Gatte"

Die Premiere des Stückes "Ein idealer Gatte" von Oskar Wilde findet am 23.06.2017 statt. Weitere Aufführungstermine finden sie hier.

Ein "alter" Bekannter auf Burg Rötteln - Regisseur Simon Rösch

In der Saison 1997 stand der Regisseur Simon Rösch zum ersten Mal als Schauspieler auf  der Theaterbühne der Burgfestspiele Rötteln. Nach der Saison 2008, in der Simon Rösch den jungen Peer Gynt verkörperte, spielte er vor allem Theatertourneen im gesamten deutschsprachigen Raum ("Drei Männer im Schnee", "Verwandte sind auch Menschen", "Der unerwartete Gast" usw.), unter anderem an der Seite von Rainer Hunold und Michael Kausch. Außerdem wurde er für Fernseh- und Filmproduktionen engagiert (z. B. die Hauptrolle im Kurzfilm „Alone“, der in den USA den „Best of Fest Award“ erhielt). Im Jahr 2012 produzierte und inszenierte Simon Rösch die Komödie „Die Maus“ mit der er verschiedene Bühnen im südbadischen Raum bespielte. „Ein idealer Gatte“ ist seine zweite Regiearbeit

Mehr Infos über Simon Rösch unter:  www.actor-simon-roesch.de

Burgfestspiele 2017: "Ein idealer Gatte" von Oskar Wilde

Wir freuen uns Ihnen mitteilen zu dürfen, dass das neue Stück für die diesjährige Spielsaison nun feststeht. Lesen sie eine kurze Zusammenfassung von unserem neuen Regisseur Simon Rösch.

Ein idealer Gatte von Oskar Wilde

Eine Komödie, eine Gesellschaftssatire, ein Politthriller, eine Liebesgeschichte! All diese Umschreibungen sind für das Stück „Eine idealer Gatte“ zutreffend. Oscar Wilde beschreibt in seiner unnachahmlich scharfzüngigen Art und Weise eine politische Intrige im London des zu endegehenden 19. Jahrhunderts.
Sir Robert Chiltern, eine der politischen Hoffnungen Englands - aufgrund seiner scheinbar weißem Weste und seinen moralisch hochstehenden Ansprüchen nicht nur von seiner Ehefrau sehr verehrt - wird durch das Auftauchen Lady Chevelys mit dem betrügerischen Beginn seiner Karriere konfrontiert. Lady Chevely verlangt gegenüber dem englischen Parlament eine geschönte Darstellung eines höchstumstrittenen Projekts, andernfalls veröffentlicht sie einen Brief, der den betrügerischen Karrierestart Robert Chilterns beweist. In seiner Not wendet sich Robert Chiltern an seinen besten Freund Lord Goring, ein Lebemann und Dandy, der zu einem früheren Zeitpunkt wenige Tage mit Lady Chevely verlobt war. Aufgrund eines Zufalls ergibt sich ein Plan, der den Machenschaften von Lady Chevely etwas entgegenzusetzen weiß.
Liest man heute Oscar Wilde bekommt man unweigerlich den Eindruck, dass dieser seiner Zeit weit voraus war.  Seine Themen und sein Stil sind so modern, dass man sich beim Lesen oft die Augen reibt, weil man es einerseits kaum für möglich hält, dass sich gesellschaftlich so wenig verändert hat und andererseits weil seine Texte heute noch in modernen satirischen Filmkomödien problemlos auf höchstem Niveau funktionieren würden. Bei so viel Modernität ist es somit für die Inszenierung nicht notwenig, das Stück ins Heute zu versetzen, um seine Aktualität deutlich zu machen. Man kann also in den Kleidern und Ausstattungen dieser Epoche schwelgen, ohne dabei den Inhalt des Stückes zu vergessen.
Für die Schauspieler ist das Stück eine große Herausforderung, denn die Leichtigkeit mit der Oscar Wilde seine Pointen aus dem Ärmel schüttelt und Intrigen spinnt verlangt auch eine enorme Leichtigkeit im Spiel. Und jeder weiß: Alles was leicht aussehen soll erfordert ein tiefes Verständnis für das was man tut und viel Übung. Gemixt mit viel Spielfreude, die nie zu kurz kommen darf, beschert man dem Publikum einen unterhaltsamen, aber nicht seichten, Theaterabend.

In diesem Sinne: Viel Vergnügen!

50 Jahre Burgfestspiele- ein Bilderbogen

Anfang Dezember 2016 wurde die Gründung des Vereins der Burgfestspiele Rötteln gebührend gefeiert. Unterhalb des Röttler Schlosses in der alten Halle zu Haagen fand ein entsprechender Festakt statt. Über Einzelheiten dieses runden Geburtstages lesen sie bitte hier.
Hier jetzt ein paar Eindrücke des gelungenen Abends und ein Prosit auf die nächsten 50 Jahre.

 

Erste Bilder von den Proben

So langsam geht es der Premiere am kommenden Freitag (24.06.2016) entgegen. Nahezu jeden Abend finden derzeit die Proben statt. Stimmt das Licht, passt der Ton oder benötigt das ein oder andere Kostüm noch eine kleine Verbesserung. Alles fiebert der heissersehnten Premiere entgegen. Auch werden täglich, so wurde mir aus Schauspielerkreisen mitgeteilt, mehrmals diverse Wetterberichte studiert um auszuschliessen das es an den Aufführungsterminen regnet. Aber die Tendenzen stehen nicht schlecht und wir hoffen Sie diese Saison auf Burg Rötteln begrüssen zu dürfen

Sonntagsprobe

Seit einiger Zeit herrscht reges Treiben auf der Bühne der Burgfestspiele Rötteln. Laufen doch seit Anfang des Jahres die Proben für das neue Stück. Zunächst finden diese im Proberaum statt. Doch wenn die Abende länger werden, wird natürlich auf der Freilichtbühne geprobt. Nicht nur der Regisseur und die Schauspieler sind aktiv, auch die Bühnenbildner, die Techniker, die Inspizientin, die Masken-und Kostümbildnerinnen sind in ihrem Element. Gibt es doch bis zum entgültigen Beginn der Schauspielsaison noch einiges zu bewerkstelligen.

Walter Huber wurde 90

Vergangene Woche feierte Walter Huber seinen 90 Geburtstag. Seit einigen Jahren gehört Walter zum festen Schauspielensemble der Burgfestspiele und spielt jedes Jahr souverän seine Rollen. Auch durch seine ruhige und ausgeglichene Art ist Walter ein sehr geschätzter Kollege.

Walter, wir wünschen dir alles Gute, vor allem Gesundheit und weiterhin viel Freude an der Schauspielerei.

Unsere Make-up-Künstlerinnen

Selbstverständlich gehört zu einem gelungenen Schauspiel auch eine entsprechende Maske. Ob dezent oder übertrieben, das entsprechende "Styling" der Schauspieler stellt unsere Maskenbildnerin immer wieder vor neue Herausvorderungen. Oftmals ist es auch ein Wettrennen gegen die Zeit, vor allem gegen die Temperaturen. Sommerliche Temperaturen, aber auch das Licht der leistungsstarken Scheinwerfer lassen manchmal den gekonnt geschminkten Schauspieler nach einiger Zeit wieder blass aussehen. Dann ist wieder der Einsatz von Corinna Di Pasquale (Mitte) gefragt, die seit Jahren mit ihrem Team den Schauspielern der Burgfestspielen das nötige Finish verleiht.

Corinna Di Pasquale (Mitte)

Plakat 2016

Seit einiger Zeit kündigt ein großes Plakat den Besuchern der Burg Rötteln die kommende Spielsaison an. Wie auch in den vergangenen Jahren gestaltete Ekkehard Bierl, ebenfalls ein festes Ensemblemitglied der Burgfestspiele, dieses künstlerisch eindrucksvolle Schmuckstück.

 

Burgfestspiele spielen Molière "Der eingebildete Kranke".

Werte Besucher der Burgfestspiele Rötteln,

nach Beendigung der erfolgreichen Spielsaison 2015 begannen für uns die Planungen für die Saison 2016. Begehen wir doch dieses Jahr das fünfzigjährige Jubiläum unseres Vereins.

Für diese "Jubiläum-Saison" wird das Stück "Der eingebildete Kranke" von Molière unter der Regie von Tom Müller auf Rötteln aufgeführt.

Hierzu, kurz und knapp, ein paar Worte von Regisseur Tom Müller zur bevorstehenden Inszenierung:

Die Molière-Komödie schlechthin!

Seit bald 350 Jahren begeistert sie die Menschen mit Witz, Intelligenz, Emotionen und respektloser Frechheit.

Was Sie im Sommer 2016 erwartet:

ein hinreißendes Theatererlebnis für Auge, Ohr, Hirn und Zwerchfell

Was das Theater-Team bis dahin erwartet:

anstrengende Proben, lustige Proben, erfüllende Proben!

 

Premiere: 24.06.2016

 

Wir freuen uns auf Sie!

Ihre Burgfestspiele Rötteln